<!DOCTYPE html>
<html>
<head>
<meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=UTF-8">
</head>
<body>
<p>Liebe Mitglieder des Tagungsnetzwerks,</p>
<p>gerne leite ich untenstehenden Hinweis von Derya Gür-Şeker
weiter.</p>
<p>Herzlich</p>
<p>Mark Dang-Anh</p>
<p>--- <br>
Sehr geehrte Kolleg:innen,<br>
<br>
die Online-Tagung „Macht – Technik – Autoritarismus“ möchte aus
interdisziplinärer Perspektive beleuchten, wie Technologie und KI
in den USA und in Europa aktuell gezielt genutzt werden soll,
Migration zu begrenzen oder Migrant:innen/Menschen in der
Öffentlichkeit zu überwachen. Dabei sollen sowohl konkrete
Praktiken wie digitale Kontrollinstrumente an Grenzen,
biometrische Überwachung oder algorithmisches Profiling als auch
deren sprachliche und diskursive Dimensionen in den Blick genommen
werden. <br>
<br>
<br>
Mit freundlichen Grüßen,<br>
<br>
Derya Gür-Şeker<br>
<br>
Call for Papers <br>
<br>
Tagung: Macht – Technik – Autoritarismus. Diskurse digitaler
Gesellschaften zwischen Kontrolle, Öffentlichkeit und Demokratie<br>
<br>
Datum der Tagung: 08.10.2026, 10:00 – 15:00 Uhr<br>
<br>
Ort: Online<br>
<br>
Deadline für Abstracts: 03.08.2026<br>
<br>
Die digitale Transformation verändert nicht nur die Bedingungen
öffentlicher Kommunikation, sondern prägt zugleich die diskursive
Konstruktion, Zirkulation und Aushandlung von Wissen,
gesellschaftlichen Deutungsmustern und Legitimität (vgl. Verwiebe
et al. 2025; Weiser et al. 2025). Im Kontext des transnationalen
Autoritarismus lässt sich beobachten, wie digitale Technologien in
Praktiken der Überwachung, Kontrolle und Exklusion eingebunden
werden. Zugleich verbreiten sich autoritäre Narrative über Länder-
und Sprachgrenzen hinweg, werden in digitalen Öffentlichkeiten
verstärkt und gewinnen durch Prozesse der Normalisierung an
gesellschaftlicher Anschlussfähigkeit (vgl. Gonzatti/Völker 2026;
Wodak 2018; Zick et al. 2025).<br>
<br>
Besonders sichtbar werden diese Dynamiken im Kontext aktueller
Migrationsdiskurse sowohl in den USA als auch in Europa. Migration
wird dabei nicht nur in Sicherheits-, Krisen- und
Kontrollnarrativen verhandelt, sondern auch durch technologische
Lösungsversprechen gerahmt. Konkrete Bezugspunkte bilden hier die
digitalen Kontrollpraktiken der US-amerikanischen
Einwanderungsbehörde ICE ebenso wie die parlamentarischen
Aushandlungen um das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS). Die
dabei wirksamen Formen digitaler Kontrolle und diskursiver
Ausgrenzung weisen zugleich strukturelle Parallelen zu anderen
gesellschaftlichen Feldern auf, etwa zu algorithmischer
Diskriminierung, digitaler Überwachung marginalisierter Gruppen
oder der kommunikativen Konstruktion von LGBTQIA+-Personen in
digitalen Öffentlichkeiten.<br>
<br>
Die geplante Tagung möchte diese Entwicklungen aus linguistischer,
kommunikationswissenschaftlicher und interdisziplinärer
Perspektive beleuchten und lädt Wissenschaftler:innen sowie
Praktiker:innen aus den Medien-, Sprach- und Sozialwissenschaften,
der Migrationsforschung sowie den Digital Humanities ein, Beiträge
einzureichen.<br>
<br>
Eingereicht werden können theoretische, empirische sowie
methodisch innovative Beiträge mit einer Gesamtdauer von 30
Minuten zu folgenden Panelthemen:<br>
<br>
</p>
<ol>
<li> Digitale Infrastrukturen, Plattformmacht und
algorithmische Kontrolle</li>
<li> Autoritäre Narrative, digitale Herrschaft und diskursive
Legitimation</li>
<li> Affekte, Desinformation und digitale Öffentlichkeiten</li>
<li> Bildung, Demokratie und digitale Resilienz</li>
<li> Die Zukunft digitaler Gesellschaften zwischen Kontrolle,
Öffentlichkeit und Demokratie</li>
</ol>
<p><br>
Einreichungsmodalitäten: Interessierte Referent:innen werden
gebeten, ein Abstract (max. 500 Wörter, inkl. Kurzbiografie und
institutioneller Anbindung) in elektronischer Form (PDF) bis zum
03.08.2026 an <a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:derya.guer-seker@h-brs.de">derya.guer-seker@h-brs.de</a> zu senden. Die
Benachrichtigung über die Annahme der Beiträge erfolgt bis
06.08.2026.<br>
<br>
Die Tagung ist offen für klassische akademische Vorträge sowie für
innovative, niedrigschwellige Präsentationsformen (z. B.
Werkstattberichte aus Kultur- und Medienprojekten). <br>
<br>
Eine anschließende Publikation der Beiträge wird angestrebt.<br>
<br>
Kontakt & Organisation:<br>
<br>
Prof.in Dr. Derya Gür-Şeker<br>
<br>
Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS)<br>
<br>
<a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:derya.guer-seker@h-brs.de">derya.guer-seker@h-brs.de</a><br>
<br>
<br>
Literatur:<br>
<br>
Saldivia Gonzatti D./Völker T. (2026): Far-right agenda setting:
How the far right influences the political mainstream. European
Journal of Political Research. 2026; 65(1): 101–123.
doi:10.1017/S1475676525100066 <br>
<br>
Weiser, M./Fröhlich, P./Jost, P./Fecher, H. (2025). How to Sell
Democracy Online (Fast). Berlin. Online unter:
<a class="moz-txt-link-freetext" href="https://www.progressives-zentrum.org/wp-content/uploads/2025/09/Executive-Summary_How-to-Sell-Democracy-Online-Fast-_-September-2025.pdf">https://www.progressives-zentrum.org/wp-content/uploads/2025/09/Executive-Summary_How-to-Sell-Democracy-Online-Fast-_-September-2025.pdf</a>
[20.06.2026].<br>
<br>
Wodak, R. (2018). Vom Rand in die Mitte – »Schamlose
Normalisierung«. Politische Vierteljahresschrift 59(2), 323–335.<br>
<br>
Verwiebe, R./Philipp, A./Bobzien, L./Wolfgram, J./Weißmann,
S./Kohler, U./Tjaden, J. (2025): Digitalisiert, politisiert,
polarisiert? Eine Analyse von Social-Media-Feeds junger Menschen
zur Bundestagswahl 2025 auf TikTok, YouTube, Instagram und X.
Gütersloh. Online unter:
<a class="moz-txt-link-freetext" href="https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Digitalisiert_politisiert_polarisiert.pdf">https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Digitalisiert_politisiert_polarisiert.pdf</a>[20.06.2026].<br>
<br>
Zick, A., Küpper, B., Mokros, N., & Eden, M. (2025). Die
angespannte Mitte: Rechtsextreme und demokratiegefährdende
Einstellungen in Deutschland 2024/25. Dietz.
<a class="moz-txt-link-freetext" href="https://www.fes.de/mitte-studie">https://www.fes.de/mitte-studie</a> [20.06.2026].</p>
<div class="moz-signature">-- <br>
<pre><span style="color: #999999;">Dr. Mark Dang-Anh
Leibniz-Institut für Deutsche Sprache
Abteilung Lexik
Arbeitsbereich Wörter, Medien und Gesellschaft
R5, 6-13
D-68161 Mannheim
+49 621/1581-425
<a style="color: #999999;" href="mailto:dang@ids-mannheim.de"
class="moz-txt-link-freetext">dang@ids-mannheim.de</a>
<a style="color: #999999;" href="https://www.dang-anh.de">dang-anh.de</a>
Zuletzt erschienen:
<p><span style="color: #999999;">Scholl, Stefan, Lea Waßmer, Mark Dang-Anh & Carolin Müller-Spitzer. 2026. <a
style="color: #999999;"
href="https://doi.org/10.14618/sr-2-2026_scholl" target="_blank">Die Frühzeit des (Leibniz-)Instituts für Deutsche Sprache – Einblicke aus der Erschließung des Vorstandsarchivs</a>. <em>Sprachreport</em> (2/2026). 28–38.</span>
<span style="color: #999999;">Dang-Anh, Mark. 2025. <a
style="color: #999999;" href="https://doi.org/10.13092/936vr049"
target="_blank">Proteshtags. Zur Herstellung von (Protest-)Ereignissen durch situationsbezogene Hashtags.</a><em> Linguistik online</em> 136(4). 3–24. </span><a
style="color: #808080;" href="https://doi.org/10.13092/936vr049"
target="_blank" rel="noopener"><span style="color: #999999;">https://doi.org/10.13092/936vr049.</span></a></p></span></pre>
</div>
</body>
</html>